Im Wandel Teil 51

Im Wandel Teil 51

Samuel ist mit Deliana, Gonzo und Quentin zurück nach Verafels auf Tero. Sie wollen die Bücher nach einem passendem Spruch durchforsten, der die zwei umgewandelten Paare wieder zurück verwandeln soll.

Theodor sitzt mit Karl in dessen Arbeitszimmer und lässt sich in dessen Welt und Firma einführen. Das würde ein hartes Stück Arbeit werden, doch Karl kämpft darum, nicht alles zu verlieren, wofür er ein Leben lang gearbeitet hatte.

>>Ihr könntet mit uns nach Verafels kommen. Ihr wart ja schon oft dort. Vielleicht geht es euch dort besser? Und wir alle werden uns mit Mauguri und seinen Anhängern auseinander setzen müssen. Das betrifft beide Welten <<, Theodor sieht Karl fragend an. Doch Karl will hier in seinem Haus bleiben. Er will durchaus helfen, etwas zum Positiven zu verändern. Und natürlich will auch er nicht, dass Mauguri eine, wie auch immer geartete Macht, über die Welten in die Hände bekommt. Aber er möchte nicht nach Verafels, um dort zu leben. Und er glaubt, dass seine Frau das auch nicht möchte. Er fragt sie nicht.

Klara, die sich vor einer Weile mit dazu gesetzt hat, hört still zu. Was will sie eigentlich? Sie lässt ihre Gedanken schweifen.

Samuel hat ihr am Abend noch von den Plänen erzählt, sie in den Rat der Sieben zu ernennen. Sie! Mutter und Hausfrau, ständig auf Jobsuche, Freiberuflerin, aber irgendwie alles ganz ohne Karriere. Wie kamen die denn darauf? Klar, ihre Familie liebte sie. Aber ernst nehmen? Das stand auf einer anderen Karte. Mütter waren dazu da, zuzuhören, zu trösten, etwas zu essen zu machen, sich auch einmal ordentlich schimpfen zu lassen. An Müttern sah man keine neue Frisur, keine neuen Klamotten und auch nicht das Bild, dass sie aufgehängt hatte. Sie hatte Wochen daran gearbeitet und es war keinem ihrer Lieben auch nur aufgefallen. Der Stolz und die Freude waren wie so vieles andere den Bach hinunter geschwommen. Vor einiger Zeit hatte sie auf einem Spaziergang mit Max eine zugewachsene Stelle an einem kleinen, künstlichen Bach entdeckt. Sie hatte sich eine Weile auf einen alten Baumstamm gesetzt und hatte all ihre Sorgen, Probleme und ihre Traurigkeit ins Wasser geworfen. Danach war ihr wesentlich leichter ums Herz gewesen. Nun ging sie immer, wenn es ihr schlecht ging, zu dieser Stelle. Und wenn das, was sie da hinein warf, greifbar gewesen wäre, müsste das Wasser jetzt schwarz und ölig aussehen. Sie hätte wahrscheinlich eine Klage wegen Umweltverschmutzung an der Backe. Vorsichtig streicht sie über das Fell ihres kleinen Hundes, der sich auf ihrem Schoß niedergelassen hat.

Max sah sie. Ihr Hund sah sie. Immerhin. Er wusste eigentlich immer, wie es ihr ging und das half ihr sehr. Als hätte er ihre Gedanken gehört, hebt der kleine Kerl sein Köpfchen und sieht sie aus seinen Knopfaugen ernst an. Klara muss lächeln.

>>Wir gehen noch eine kleine Runde und dann gehen wir schlafen. Bleibt ihr noch lange hier oben?<< Sie ist zu Karl getreten und legt ihm die Hand auf die Schulter.

Karl hat sie erst gar nicht verstanden. Dann schüttelt er den Kopf und sagt, dass sie noch eine kleine Weile brauchen würden. Virtuell ging er gerade mit Theodor einen Gang entlang, der zu seinem Büro führte. Er beruhigte den nervösen Elfen immer wieder damit, dass er ja mittels des Headsets Kontakt zu ihm halten würde und dass er auch alles auf seinem Monitor beobachten konnte.

Klara und Max gehen die Treppen hinunter und Klara zieht sich an der kleinen Garderobe ihre Jacke und ihre Schuhe an.

Schon beim Hinausgehen merkt sie, dass es an diesem Abend ungewöhnlich warm geworden ist. Es riecht auch sehr gut. Nach Frühling, Kräutern und irgendwie friedlich. Sie läuft mit ihrem Hund ums Haus herum. Max soll nur schnell seine Geschäfte erledigen und dann würden sie ins Bett gehen. Doch auf der Gartenseite ihres Hauses fällt ihr ein Lichtschimmer auf. Das konnte eigentlich nicht sein, denn die Rollladen waren schon herunter gelassen und es gab in ihrem kleinen Garten keine Lampen. Max hat wohl ebenfalls das Licht entdeckt und springt mit einem fröhlichen Bellen in einem Satz über den Gartenzaun.

>> Max! Verdammt nochmal. Komm her jetzt! <<, Klara springt auch über den Zaun. Dabei denkt sie noch, dass so ein junger Körper irgendwie auch seine Vorteile hatte. Noch während sie das denkt, bemerkt sie, dass das Tor sich wieder geöffnet hat. Von ganz allein. Und da kommt auch das Licht her. Und da ist auch der Hund verschwunden. Langsam tritt sie näher.

>> Hallo? Wer kommt denn da? Hallo? Max? <<, entschlossen tritt sie durch das Tor.