Im Wandel Teil 52

Im Wandel Teil 52

Sie tritt nicht, wie erwartet, in den Garten von Deliana und Theodor in Verafels, sondern……. Da ist nichts. Alles ist blau, ruhig und beruhigend. Kleine Lichter schweben um sie herum und ihr Hund hat sich einfach hingesetzt. Er sitzt da und schaut sie erwartungsvoll an. Ein Licht setzt sich auf seinen Kopf und eines auf ihre Hand, die sie nach ihm ausgestreckt hat.

>>Wer seid ihr? <<, Klara empfindet keine Angst, aber sie erinnert sich, dass sie nicht zwischen den Welten verweilen soll.

Wir sind die, die angefangen haben und niemals aufhören

Wir sind die, die nicht führen

Wir sind die Linien ohne Richtung

Wir sind Freiheit

Wir sind Liebe

Klara weiß nicht recht, was sie mit diesen Antworten anfangen soll. Sie erinnern sie ein wenig an den Religionsunterricht.

>>Dann seid ihr Gott?<<

Ein glockenhelles Lachen ertönt.

>>Wir sind die, die angefangen haben und niemals aufhören werden <<.

>>Ja….. Das habe ich verstanden<<

>>Das hast du verstanden? Dann bist du sehr weise.<<

>>Also, ich habe es im Sinne von „verstanden“ verstanden. Ich habe euch nur gehört. Wolltet ihr mit mir sprechen?<<

>>Wir dachten, du wolltest mit uns sprechen.<<

>>Ich kenne euch gar nicht.<<

>>Jedes Lebewesen kennt uns und weiß um uns. <<

>> Nun, dann kommt jetzt eine Überraschung. <<

Wieder ist ein helles Lachen zu hören. Klara fragt sich, wie helle Lichtpunkte lachen können, oder sprechen. Aber seit einigen Wochen erstaunt sie nichts mehr sonderlich.

>> Eure Welten sind krank. Sie rufen euch um Hilfe und ihr hört sie nicht. <<

>>Ich will ja helfen. Viele von uns wollen das und es werden immer mehr. Und auf Tero ist es das gleiche. Viele von uns hören die Welten und sehen die Hilfeschreie. Aber was soll ich denn tun? <<

>> Du hast jetzt eine Möglichkeit. Man hat dich gefragt, ob du in den Rat möchtest. Warum zögerst du? <<

>> Wer bin ich denn? Und wenn ich wieder in meinem Körper stecke, dann lachen mich doch alle aus! Ich bin 54 Jahre alt und sehe einfach nicht aus wie jemand, der Welten retten kann. Mir hört man auch nicht zu. Ich habe nichts großes geschaffen, vor dem irgend jemand Respekt haben könnte. Von mir lässt man sich allenfalls trösten. Von mir hört man sich keine Wahrheiten an. <<

>> Du hast eine Glocke um deine Familie geschaffen. Jeder darin weiß, wie sehr er von dir geliebt wird. Und du kannst trösten. Du hast bereits großes geschaffen.<<

>> Ich weiß nicht genug über Umweltschutz. Ich lerne jeden Tag neues dazu und mache alte Fehler. Ich will auch nicht in einer Regentonne leben, um den Leuten zu zeigen, wie wenig man braucht. Und ich will auch nicht zu einer Waffe greifen. Ich will einfach Frieden in meinem Umfeld und in meinem Haus. Und das von ganzem Herzen.<<

>>Du weißt genug über Liebe, über hinfallen, wieder aufstehen und auch genug darüber, Sorgen und Ängste in den Bach zu schmeißen und einfach weiter zu machen. Die Welten brauchen keine Superkräfte und keine Helden. Sie brauchen Ehrlichkeit und vielleicht Mütter, die eine Zukunft für ihre Nachkommen wollen. Eine Zukunft auf einer Basis aus Frieden, Liebe und einer Dosis Kollegialität und Freundschaft. <<

>>Ich bin zu klein.<<

>>Du bist genau richtig. Versuche es.<<

Klara und Max stehen vor dem geschlossenen Tor in dem kleinen Garten. Irgendetwas kitzelt Klara an der Backe und als sie darüber streicht, ist ihre Hand nass. Sie sieht ihren Hund an und sagt:

>>Gehen wir ins Bett.<<