„Hallo, Treuma!“

Farin kam gerade von den Hochmooren herunter. Sie befinden sich weit hinter den Filzstoffen und den Holzperlen. Eigentlich hatte er dort einen Herrn gesucht, der mit Nachnamen Frosch heißt. Aber den hatte er noch nicht gefunden.

Von weitem sah er eine Frau auf sich zukommen. „Ach da ist ja Treuma. Sie lebt schon so lange hier und sie malt viele unserer Kulissen.“

„Treuma, kannst du singen?“ Atemlos lief er auf sie zu.

„Wir suchen gerade verzweifelt ein paar Sänger für ein Geburtstagsständchen.“

Treuma musste lachen. Farin liebte die schwebenden Theater und alles, was damit zusammenhängt. Und das merkte man ihm so sehr an.

Zwei Wanderer

„Ich singe gern. Und ich denke, für ein Geburtstagsständchen reicht es allemal. Wer singt denn noch mit?“

„Oh … ja … also … Okey Posi zum Beispiel. Und natürlich Hermann.“

Er sah sie erwartungsvoll an.

„Die kenne ich gar nicht. Aber hier im magischen Bastelschrank sind ja alle nett. Was sagt denn die Intendantin dazu?“

„Die Intendantin freut sich über jedes neue Mitglied. Erst vor ein paar Tagen sind Okey und Hermann zu uns gekommen. Sie wohnen eigentlich im Meer des Vertrauens. Du weißt schon. Du musst am Bunten Wald vorbei und wenn du dann zweimal rechts und dreimal links gehst … oder warte … einmal links, dann rechts und beim großen Baumdorf doch noch zweimal rechts. Nein, links …“

Farin wurde ein wenig rot.

„Lass mal“, sagte Treuma lachend. „Ich weiß, wo das Meer des Vertrauens ist. Fino, Raffa und ich haben dort einmal Urlaub gemacht. Die werde ich jetzt auch fragen, ob sie mitsingen wollen. Lauf du schon einmal voraus zum Theater. Ich bringe die beiden mit.“

Und so standen nach relativ kurzer Zeit drei junge Damen vor dem schwebenden Theater.

drei Damen vor dem Theater

Es schien noch niemand da zu sein. Also sahen sie sich ein wenig um und warteten.

„Seltsam. Farin wollte eigentlich direkt zum Theater laufen. Naja, vielleicht hat ihn etwas aufgehalten.“

Treuma blickte suchend über den Weg.

Da kamen auch schon die letzten beiden Sänger des kleinen Chors angelaufen.

„Entschuldigung“, sagte der Größere von ihnen. „Wir waren noch ein wenig im Wasser. Manchmal brauchen wir das einfach.“

Er trug einen Hut und hatte sogar schon ein Mikrofon dabei.

Und er war ein Hai.

„Hermann Hai, so viel Zeit muss sein. Und das hier ist Okey Posi. Mein bester Freund. Er ist ein Oktupus. Aber das kann man ja erkennen. Wir singen alles zusammen.“

Falls ihr jetzt denkt, dass die drei Damen auch nur im Entferntesten überrascht waren, dann kennt ihr den magischen Bastelschrank noch nicht.

Denn hier – und scheinbar nur hier – kann jeder sein, was er möchte.