An einem regnerischen Tag vor ein paar Jahren, glaube ich, ging ein kleiner Fuchs am Ufer eines Weihers entlang. Eigentlich wollte er nur schnell zum Theater, weil sie dort gerade einen Fuchs suchten. Und eigentlich hatte er gute Laune.
Aber dann rutschte er beim Versuch, im Vorbeigehen eine Naschbeere mit Schokoladengeschmack zu pflücken aus und fiel kopfüber in den See.
Natürlich können Füchse schwimmen. Und das tat er auch, als er wieder aufgetaucht war. Irgendwie hatte der Sturz seinem Gehör wohl doch ein wenig zugesetzt. Denn er hörte ständig so etwas wie ein glockenhelles Lachen.
Oder vielleicht lag es gar nicht am Sturz. Vielleicht hatte dieses Lachen schon immer am Weiher geklungen. Fritz hatte es nur bis zu diesem Tag noch nie gehört.
Mühselig krabbelte er an Land, schüttelte sich erst einmal gründlich. Und stand der schönsten Gans gegenüber, der er je seinem Leben begegnet war. Und die lachte. Mittlerweile gar nicht mehr so glockenhell. Sondern einfach laut. Da kann man sich schon ärgern. Aber, eigentlich war es ja wirklich lustig. Und Wasser war ja auch nichts schlimmes. Sie lachten beide. Miteinander.
Dann stellte er sich vor: „Hallo. Mein Name ist Fritz Ebennicht. Ich will gerade zum Theater.“ Und die schönste Gans der Welt sagte: „Freut mich, dich kennenzulernen. Mein Name ist Sophie. Sophie Goose. Ich wohne gleich da vorne.“
Es stellte sich heraus, dass auch Sophie zum Theater wollte. Dort wurde nämlich tatsächlich noch eine Gans gesucht, und Sophie hatte große Lust mitzuspielen.
Das Stück basierte auf einem sehr alten Lied: Fuchs, du hast die Gans gestohlen.Die Intendantin hatte dieses Lied allerdings schon als Kind nicht besonders gemocht. In einem alten Kinderbuch tauchte sogar noch der Jägersmann mit seinem Schießgewehr auf. Also schrieb sie das Lied kurzerhand um. Fuchs, Gans und der Jägersmann wurden Freunde. Basta.

Ja was soll ich sagen? Fritz und Sophie haben sogar vor ein paar Jahren geheiratet. Heute wohnen sie in einem kleinen, gemütlichen Häuschen direkt am Weiher. Fast neben Sophies Eltern.
Auf dem Foto ist Fritz gerade zu Besuch bei seiner Schwiegermutter. Sie trinken Tee, essen Kekse und erzählen sich allerlei.

Und Vater Konstantin ist…….. Mit einem der schwebenden Theater unterwegs. Ein Schelm, wer etwas anderes erwartet hat.