Das Holzschild mit dem Text: Heute Kreuz und Quer Turnier

Ein Turnier im magischen Bastelschrank Teil1

Es ist Herbst geworden in der magischen Welt des Bastelschranks. Da gibt es zum Beispiel das große Kürbiscremesuppenkochen mit Löffelwettbewerb. Oder das Herbstmalen, das immer in verschiedenen Gasthäusern stattfindet. Und essen kann man dabei natürlich auch richtig gut. Wenn man nicht aufs Papier tropft.☝️ Aber davon wollte ich euch heute gar nicht erzählen.

Ich möchte von einem der wichtigsten Events des Jahres erzählen. Dem Kreuz-und-Quer-Turnier zwischen Neuditteringen und Eutingen. Ditteringen selbst hält sich da raus, aber alle kommen, um zuzusehen. Natürlich.

Das Turnier findet auf der großen Wiese zwischen Neuditteringen und Eutingen statt. Auf bzw. unter der Wiese leben die Kreuzchen und die Querchen. Man sieht eigentlich nur ein paar Türen und Tore. Darunter? Liegt eine Stadt. Kreuzwiesenfeld, um genau zu sein.

Vor langer Zeit wollten ein Neuditteringer Kürbisbauer und ein Eutinger Schwammerlzüchter auf genau dieser Wiese Kürbisse oder Champignons anbauen. Die Kreuzchen und Querchen hätten umziehen müssen. Aber wohin? In den dunklen Wald? In die Bastellberge? Und warum überhaupt?

Randal Skatbrieder und der Oberbürgermeister

Der Kreuzwiesenfelder Oberbürgermeister kam auf eine Idee. Er saß gerade auf der Schulter von Randal Skatbrieder. Beide standen am Rand der Wiese und blickten sorgenvoll darauf.

„Wer es schafft, jeweils zehn von uns zuerst zu ihren Türen auf der Wiese zu bringen, darf bestimmen, was hier angebaut wird.“ „Ha“, dachte sich der Schwammerlzüchter. Dies dachte der Kürbisbauer auch. „Das ist leicht.“

Und so wurde der Tag bestimmt. Natürlich gab es auch ein Schiedsgericht. Und Leute, die rennen konnten und deswegen zu amtlichen Kreuzquerchen-Trägern bestimmt wurden.

Jeder der Kontrahenten hatte 10 Läufer zusammengetrommelt. Auf jeder Seite standen feinsäuberlich geordnet 10 Querchen und Kreuzchen. Oder waren es Kreuzchen und Querchen? Es ist nicht so leicht, sie auseinanderzuhalten. Wobei die Kreuzquerchen da keine Probleme haben.

Damit niemand hungern musste, hatten viele aus der Umgebung Kuchen gebacken, Semmeln belegt und natürlich gab es Rudpuddlbeerentörtchen.

Marionettentheater von Familie Wuchholzki

Sogar das fahrende Marionettentheater der Familie Wuchholzki stand am Eingang zur Wiese. „Heute formidable Zaubertricks“ stand auf einem bunten Plakat, das Papa Wuchholzki gerade an ein Tischbein hängte. Auf dem Tisch lagen ein paar Ferngläser. Mit denen konnten auch die großen Leute die Zaubertricks der Kreuzquerchen bestaunen. Und hören konnten sie alle gleich gut. Die großen wie die kleinen Leute.

Der Startschuss war ein durchdringender Gong, mit dem eigentlich die Ditteringer Feuerwehr zusammengerufen wurde. Und die Läufer rannten. Und brachten Querchen und Kreuzchen sicher zu ihren Türen. Über einen Lautsprecher wurden alle auf dem Laufenden gehalten.

Markus Wipfelgrund läuft

„Meine Damen und Herren und Hunde und Einhörner, Schnecken, Zauberer, Hexen, Haie und Oktopusse.“ Diese Anrede sparte sich der Moderator die künftigen Jahre, weil das Rennen dann praktisch schon gelaufen war. „Markus Wipfelgrund trägt gerade Sirena Klitz, aber sehen Sie, sie sind am richtigen Türchen vorbeigelaufen. Er war zu schnell. Sirena hält sich den Bauch vor Lachen, aber jetzt haben sie es doch geschafft. Und dort startet ein neuer Läufer. Es ist… Waldemar von ferner Liefen. Ah, er hat eine Sondergenehmigung. Klierius Klung darf auf seinem Rücken sitzen. Und an seinem Schwanz hat sich noch Cornelius Glanzaberkus gehängt. Schiebung! Das geht nicht. Jeder Läufer darf nur ein Kreuzquerchen transportieren. Da, Cornelius springt lachend ab. Aber bis er wieder am Startpunkt ist, kann Professor Kropp nicht starten. Der Professor hat sich heute tatsächlich als Läufer gemeldet, und Cornelius ist sein Partner. Was für ein spannendes Rennen. Liebe Leute, bleibt dran. Ich muss einen Schluck trinken.“

Und dann war es vorbei. Wer hatte gewonnen? Ähm. Das war im Eifer des Gefechtes irgendwie nicht herauszubringen.

Also sagte der Kreuzwiesenfelder Oberbürgermeister, dass es zwei Sieger gäbe und darum würde wohl dieses Jahr keiner auf der Wiese etwas anbauen können. Und Kreuzwiesenfeld würde bleiben, wo es war.

Die beiden Geschäftsleute mussten notgedrungen zustimmen. Doch dann meldete sich eine Stimme.

„So ein schönes Fest. Das machen wir nächstes Jahr wieder, oder?“

Und alle, die dabei gewesen waren, miteinander gelacht, gegessen, getrunken und gelaufen waren, stimmten zu.

„Wer bringt nächstes Jahr den Braten? Die Kuchen? Den Apfelsaft? Und sollten wir nicht ein schönes Schild malen?“ Heute Kreuz-und-Quer-Turnier. Aus Holz.