Delfa und die Wirtsleute vom wandelnden Nilpferd

Das Fest – Eine Geschichte aus… wo eigentlich? Aus dem magischen Bastelschrank

„Wenn du mir dein Rezept verrätst, dann verrate ich dir auch das meins. Ich habe extra die besten Stücke vom Krachkantikus mitgebracht. Die Braten sind wieder exzellent geworden.“ Horst Anton Gruber führt genussvoll eine Gabel mit Braten zum Mund. Delfa sieht ihm zu und lässt sich den Braten mit Soße ebenfalls schmecken.

„Weißt du, ich will ja gar keinen Braten in meinem Café anbieten. In meinem Café gibt es vorwiegend…. Kaffee. Und Tee. Und Wasser. Limonade. Und Rudpuddlbeerentörtchen.“ Delfa trinkt einen Schluck Kaffee und verzieht das Gesicht. Sie hätte den Kaffee auch noch mitbringen sollen. Wirklich.

„Wir könnten deine Törtchen unter deinem Namen anbieten. Delfas Rudpuddlbeerentörtchen. Du würdest in der ganzen Region bekannt werden.“ Marianne, die Frau von Horst Anton, macht ein fröhliches Gesicht und winkt Delfa mit ihrer Gabel zu.

„Oh, probieren Sie es wieder?“ Farin, der auf der anderen Seite des Apfelsafttisches sitzt, lacht. Delfa auch.

„Wir versuchen hier miteinander ins Geschäft zu kommen. Wir probieren hier gar nichts.“ Horst Anton sieht Farin strafend an.

„Könnten wir uns darauf einigen, dass der Krachkantikus bei euch bleibt und die Törtchen bei mir? Damit wir nicht auf jedem Fest von vorne mit der Diskussion anfangen.“

„Sie hätten dir eh nicht alles gesagt“, wirft Linus ein. Dann sieht er erschrocken zu seinem Lehrherren. „Verplappert. Entschuldigung.“

Der Gruberwirt ist ein wenig rot geworden. Die Gruberwirtin auch. „Ich hätte bei meinem Rezept einfach die Rudpuddlbeeren vergessen. Da wärt ihr nie drauf gekommen.“ Delfa prostet allen zu. Mit Apfelsaft prostet es sich viel besser als mit Kaffee. Muss am Henkel der Kaffeetasse liegen.

„Na, ich hoffe, du hast diesmal nichts mit der Suppe zu tun?“ fragt eine ältere Frau, die sich auch einen Platz auf der Bank ergattert hat. Linus zuckt zusammen. „Aber… aber… es gibt doch gar keine Suppe?“ Horst Anton legt väterlich den Arm um seinen Lehrjungen.

„An Suppen lassen wir ihn vorerst nicht mehr. Drei Tage Vampirzähne reichen.“

„Eigentlich war es wirklich lustig. Also, nach den drei Tagen ist mir richtig etwas abgegangen.“ Die ältere Dame lacht. „Und niemand wusste vorher, dass man mit Vampirzähnen keine Nüsse knacken kann“, sagt Farin noch.

Xander von Krant klaut Peter einen Knödel

Am Nebentisch sitzen Lumer, Peter und Xander. Waldemar läuft gerade im Turnier. Während Xander noch ungerührt einen Knödel von Peters Teller stibitzt, tritt die Frau Bürgermeister zu ihnen an den Tisch. Sie trägt einen eng geschnittenen Hosenanzug. Und hat eine Blumentasche an der Schulter hängen.

„Da sind ja meine verhinderten Friseure!“ ruft sie. Doch bevor einer von ihnen antworten kann, steht Zockerias Stilling da.

Frau Bürgermeister und Zockerias Stilling , der Friseur

„Wer Friseur? Wie Friseur? Jetzt setzt es aber gleich was!“ Drohend baut er sich vor ihnen auf.

„Himmel, das war doch nur ein Missverständnis. Die Magie hat… Praktisch… Hat uns einen Streich gespielt.“ Peter ist auch aufgestanden und versucht verzweifelt zu erklären, was passiert ist. Selbst Xander hat nichts mehr gegen eine Aufklärung. Er sagt: „Magie, die macht, was sie will, ist man hier doch gewohnt. Da müssen eben professionelle Zauberer heran.“ Er ist noch nicht fertig mit seiner Rede, als die Frau Bürgermeister hellauf lacht. Außer Rand und Band geratene Magie ist sie gewohnt. Aber an die Profis muss sie sich noch gewöhnen.

„Zockerias, Sie wissen doch, dass ich meine Haare nur in Ihre begnadeten Hände lege. Die Farben der Haare von unseren Zauberern haben mich halt fasziniert. Aber das bekommen wir doch zusammen hin, oder?“

Zockerias schluckt. „Ja… Doch…“

Xander lächelt sein überaus freundliches Katerlächeln. „Das ist ja Gott sei Dank für einen Friseur Ihrer Klasse kein Problem, nicht wahr? Und passt dann auch zu diesem gewagten…“

„Was für ein gewagter? Was?“ Frau Bürgermeister funkelt ihn an.

„Das ist ein sehr jugendlicher, richtig flotter, passt zu Ihnen, Anzug.“ Xander grinst nicht mehr. Zockerias steht neben Frau Bürgermeister und lächelt.

„Finden Sie mich zu alt für diesen Anzug, Herr von Krant?“ Frau Bürgermeister scheint irgendwie größer geworden zu sein.

„Ach was, für Mode ist man doch nie zu alt. Und um sich hübsch zu machen schon gar nicht“, sagt die ältere Dame am Nebentisch.

Der Moderator meldet sich wieder zu Wort. „Das Turnier ist zu Ende. Der Sieger ist … ähm … es gibt wieder keinen. Dann würde ich sagen: Eine Runde Apfelsaft von Bauer Wanderrund für alle. Danke, dass ihr da wart. Prost!“

Xander und der Friseur Zockerias verstehen sich doch.

„Und ihr habt wirklich keine Farben genommen?“ Zockerias sitzt neben Xander und stößt ihn an.

„Nein. Das würde ich dir doch sagen.“