Das Haus der Brüder Kadepiedl in Neuditteringen. Die Nachricht kommt gerade zum Schornstein heraus

Weiter geht es mit der Familie Wuchholzki aus dem magischen Bastelschrank

„Zegeros Lackienen? Der Zegeros Lackienen? Das war mein größter Konkurrent und, nein, wir mochten uns nicht. Gar nicht.“ Xander versucht gerade, einen winzigen Hund abzuschütteln, der sich wild knurrend in seine Vordertatze verbissen hat. Er macht das sehr vorsichtig, damit dem kleinen Kerl nichts passiert. Der lässt aber nicht los. Himmel.

Teilo hängt an Xanders Pfote

„Tailo! Komm her. Hier! Entschuldigung, er mag keine Katzen.“ Mama Wuchholzki versucht den kleinen Hund einzufangen.

„Ich bin kein Kater. Ich bin Gestaltwandler. Und eigentlich einer der größten Zauberer der magischen Welt.“

Es ist still geworden in der Küche der Brüder Kadepiedl. Zauberer ihres Zeichens. Peter kommt leise lachend herein und sieht den größten Zauberer der magischen Welt liebevoll an.

„Gewesen, mein Freund. Gewesen. Heute bist du der gute Freund des Hauses Kadepiedl und stehst uns mit Rat und Tat zur Seite. Nein?“

„Ähm… Ja.“

Mit einem schnellen Griff packt Mama Wuchholzki ihren kleinen Hund. Nun sitzt sie neben ihrem Mann und La auf einem der Küchenstühle und hält ihn fest. Tailo knurrt immer noch böse den riesigen Kater an, der ja gar kein Kater ist. Das versteht der Hund nur nicht. Der Kater sieht aus wie ein Kater, riecht wie ein Kater… Bitte.

Sim erzählt Peter noch einmal die ganze Geschichte und Peter hört ernst zu. Er fragt sich, wie es Zegeros gelungen sein konnte, eine Marionette lebendig zu machen. Magie ist in allen Welten des magischen Bastelschrankes zu finden und scheint unendlich zu sein. Er erzählt der Familie, dass ein Großteil des Studiums daraus bestanden hat, Magie zu schützen. Man kann sie nicht beliebig beherrschen. Man sollte sie auch nicht leichtfertig behandeln. Aber sie gehört zum Leben und manchmal macht sie eben, was sie will.

„Meist versuchen wir nur zu erkennen, wie etwas funktioniert oder wie wir es in brauchbare Bahnen lenken können. Magie ist eben magisch und ich persönlich glaube, dass sie Humor besitzt. Aber… Das konnte ich noch nicht beweisen.“

„Und? Glaubt ihr, dass Marie bei uns bleiben kann?“ Sim sieht die beiden flehend an.

„Weißt du, keiner in unserer Welt ist ohne Magie. Wir sind, was wir sind, und wir werden auch eines Tages nicht mehr sein. Ich weiß nicht, wie lange ich selbst lebe. Marie ist da. Sie lebt. Und niemand muss ihre Lebenszeit im Voraus kennen, damit sie zur Familie gehört.“

„Das heißt, sie bleibt!“ Sa springt auf, nimmt Marie in die Arme und sie tanzen beide durch die Küche.

Sa und Marie tanzen in der Küche

„Ja… Ähm… Natürlich sollten wir herausfinden, was Zegeros eigentlich gemacht hat. So wie ich ihn kenne, war alles ein lustiger Zufall und er ruht sich nun auf Lorbeeren aus, die ihm gar nicht gebühren. Ich kann mich da noch an Geschichten erinnern, von denen ich euch gerne erzählen werde. Einmal…“

„Danke, mein Freund. Die Geschichten darfst du später zum Besten geben. Weißt du, wie wir Zegeros eine Nachricht zukommen lassen können?“

„Wir schickten ihm einfach eine Topfnachricht.“ Xander nimmt die Pfote hoch und leckt gewichtig daran. Er nimmt sie schnell wieder herunter. Tailo bellt.

„Eine Nachricht in einem Topf?“ Peter sieht Xander an und zuckt mit den Schultern.

In diesem Moment geht die Haustür auf. Lumer ruft: „Ich bin wieder zu Hause! Wer noch?“

Peter läuft schnell aus der Küche und man hört die Brüder miteinander tuscheln. Von einem Topf ist die Rede und Nachrichten… Irgendwer murmelt, dass er bei diesem Kapitel krank gewesen ist. Und jemand antwortet, dass man da wohl zusammen krank war.

Dann betreten die Brüder zusammen die Küche. Lumer beugt sich zu Sim hinunter und tippt ihm ganz leicht auf die Schulter.

„Hallo. Schön, Dich wieder zu sehen.“

„Die Topfnachrichten wurden vor einiger Zeit eingestellt, weil der Datenschutz nicht gewährleistet war. Das müsstest du aber schon noch wissen, Xander? Du warst einer der Gegner dieser Art von Nachrichten. Sind sie nicht verboten?“, fragt Waldemar laut.

„Ja. Stimmt. Aber zumindest erreichen sie den Adressaten, wenn man gar nicht weiß, wo der zu finden ist. Wir Zauberer sollten sie halt nur nicht mehr hernehmen. Dürfen darf man!“, verteidigt sich Xander.

„Warum schicken wir dem Zegeros dann nicht einfach eine Nachricht und warten ab, was er sagt?“ Lumer blickt in die Runde und macht sich auf, den großen Zauberkessel aus dem Schrank zu holen.

„Sag, Waldemar, woher weißt du denn das alles?“ Peter hilft, den Tisch frei zu machen und sieht Waldemar fragend an.

„Ich lebe bei euch, seit ihr denken könnt, oder? Ich war in eurer Schulzeit und im Studium mit dabei. Wahrscheinlich kann ich alle Prüfungen aus dem Effeff schreiben.“

„Wenn wir das gewusst hätten.“ Lumer grinst Peter an.

Peter und Lumer bitten Xander, die Nachricht an Zegeros zu verfassen. Geschmeichelt macht der sich ans Werk.

„Hallo Zeg, alter Schlawiner. Was weißt du über eine kleine, unschuldige Marionette namens Marie? Lügen lohnt nicht. Dein Dich nicht liebender Kommilitone Xander von Krant.“

Es blitzt, und eine dicke lila Wolke schwebt über dem Topf.

Xander telefoniert und schickt eine Topfnachricht

„Farbe, schon wieder Farbe“, murmelt Waldemar.