Das Cafe am Rande des dunklen Waldes innen

„Delfa! Hallo! Ist jemand zu Hause?“

Wilma steht mitten in Delfas kleinem Waldcafé. Sie hat eine große Tasche bei sich. Darin befindet sich das fertige Kleid für Delfas Rolle als gute Fee im Schwebenden Theater.

„Eine Minute noch!“, ertönt Delfas Stimme aus der Küche. „Ich verziere nur gerade die letzten Rudpuddlbeerentörtchen.“

Wilma sieht zum Fenster hinaus. Der Dunkle Wald beginnt direkt hinter dem Café. Eigentlich ist er gar nicht dunkel. Er ist einfach nur riesengroß. Man könnte sich darin verlaufen.

Aber der Wald möchte das nicht.

Er hilft jedem Wanderer, sein Ziel zu finden. Wer möchte schließlich das Skelett eines Wanderers auf einer seiner Lichtungen entdecken? Nein. Nicht im magischen Bastelschrank und schon gar nicht im Dunklen Wald.

Delfa kommt aus der Küche hinter der Theke hervor und umarmt Wilma.

Sie kennen sich schon so lange. Und genauso lange sind sie Freundinnen.

„Du hast mein Kleid fertig, oder?“, fragt Delfa und sieht dabei so gespannt aus, dass Wilma lachen muss.

„Natürlich. Mit Kopfbedeckung. Und unter dem Gürtel ist Platz für deine kleine Tasche. Ich habe an alles gedacht. Magst du es anprobieren?“

Die beiden Freundinnen laufen schnell die Treppe zu Delfas Wohnung hinauf und ins Schlafzimmer. So schnell, wie Delfa sich umzieht, zieht sich keine normale Frau um.

Kleideranprobe

Das muss an der Magie liegen.

„Es ist so schön geworden. Ich liebe es! Das ist bestimmt eines deiner besten Kleider“, sagt Delfa und umarmt Wilma gleich noch einmal.

Dann sieht sie ihre Freundin an.

„Und weißt du was? Du hast mich doch schon einmal gefragt, ob ich dich nicht zum Rudpuddlbeerensammeln mitnehmen könnte … Heute möchte ich, dass du mitkommst.“

Wilma wird ein wenig rot vor Freude.

„Aber bitte nicht in diesem Kleid“, sagt sie streng.

Beide Frauen lachen. Und während Delfa sich wieder umzieht – schneller als Sie, wenn Sie sich gerade umziehen –, wartet Wilma vor dem Café.

Der Dunkle Wald ist immer einen Besuch wert.

Mal tut sich ein Weg auf, mal gehen die beiden Frauen über eine Lichtung oder einen kleinen moosbedeckten Hügel. Und plötzlich leuchtet es zwischen den Bäumen blau, himbeerfarben und lila.

Vor ihnen liegt ein großes Feld voller Rudpuddlbüsche, über und über mit Beeren bedeckt.

geheimer Rudpuddlbeerenplatz

Wilma bleibt staunend stehen.

„Hier ist das also! Nein, alleine würde ich nun wirklich nicht herfinden. Und das, obwohl ich Rudpuddlbeeren so gerne esse. Aber am allerliebsten esse ich deine Rudpuddlbeerentörtchen.“

Sie pflücken Beeren, bis ihre Körbe voll sind, und machen sich schließlich auf den Heimweg.

Delfa wirft einen Blick auf Wilmas Korb. Dann auf Wilma. Dann wieder auf den Korb.

„Wenn du nicht aufhörst, die Beeren zu essen, kann ich keine Törtchen mehr machen. Und keinen Sirup.“

Ärgerlich sieht Delfa ihre Freundin an.

Wilma verspricht schuldbewusst Besserung.

Nachdem sie noch eine letzte Beere in den Mund geschoben hat.

Es gibt eben Dinge im magischen Bastelschrank, denen man einfach nicht widerstehen kann.

Delfas Rudpuddlbeerentörtchen

Für 6 kleine Törtchen

Für den Mürbeteig
220 g Mehl
1 TL Backpulver
100 g kalte Butter
60 g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz

Für die Creme und den Belag
200 g Schlagsahne
200 g Frischkäse
50 g Zucker
Rudpuddlbeeren nach Herzenslust
50 g Kuvertüre oder Raspelschokolade

So macht Delfa sie

Aus Mehl, Backpulver, Butter, Zucker, Ei und Salz zügig einen glatten Teig kneten. Zu einer Kugel formen und etwa 30 Minuten kalt stellen.

Sechs kleine Tarteletteförmchen einfetten und mit etwas Mehl oder Semmelbröseln ausstreuen. Den Teig auf die Förmchen verteilen, gut hineindrücken und die Böden mehrmals mit einer Gabel einstechen.

Bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 20 Minuten backen. Anschließend vollständig auskühlen lassen.

Die Sahne steif schlagen. Frischkäse und Zucker unterrühren und die Creme bis zur Verwendung kalt stellen.

Die ausgekühlten Törtchen mit Rudpuddlbeeren belegen, die Creme daraufgeben und mit Schokoladenraspeln verzieren.

Keine Rudpuddlbeeren zur Hand?
Das kann außerhalb des magischen Bastelschranks schon einmal vorkommen. Dann nimmt Delfa auch Himbeeren, Blaubeeren, Erdbeeren – oder einfach die Beeren, die gerade am besten schmecken.

Delfas Tipp für kleine Rudpuddlbäcker:
Die schönsten Törtchen sind nicht immer die ordentlichsten. Hauptsache, es sind genügend Beeren darauf. Und ein paar Schokoladenraspel. Und vielleicht muss man zwischendurch eine Beere probieren. Nur um sicherzugehen.