Die Nummer vom Institut ist 22. So steht es auch in meinem Telefonbuch. Ich lies es schon seit einer Weile klingeln. Aber es hob keiner ab. Seltsam.
„Hallo? Kropp hier. Der Vorstand. Ähm. Laborleiter. Sie wissen schon.“
Na endlich.
„Herr Kropp. Freut mich, sie zu sprechen. Hier ist die Intendantin. Ich wollte wirklich nicht stören. Aber ich wurde selbst angerufen. Vor dem Institut würde ein Monster herum laufen. Ist ihnen da etwas bekannt?“
„Ach…. Monster… Monster… Das ist ja ein viel zu großes Wort. Ähm…. Wissenschaftlich erwiesen ist hier gar nichts. Das möchte ich ausdrücklich betonen.“
„Also kein Monster?“, ich lehnte mich zurück.
„Doch. Also nein. Es ist noch nichts überprüft!“, Herr Kropp schnauft laut ins Telefon.

„Aber Herr Kropp, wer rennt denn nun vor ihrem Institut herum“
Statt einer Antwort rief Herr Kropp laut: „Walter! Waaalter! Komm rein jetzt. Man hat dich schon gesehen. Du schadest dem Institut.“
„Herr Kropp, bitte erzählen sie doch einfach, was passiert ist“.
„Wir haben heute die neue Rezeptur unseres Schönheitstonikums getestet. Irgendetwas ist schiefgelaufen. Wissenschaftlich betrachtet …“
„Herr Kropp, was genau hat denn nicht funktioniert?“
Im Hintergrund fällt eine Tür zu und ich höre eine wütende Stimme: „Ich war gar nicht dran. Er war dran. Er hat mich beim Würfeln übers Ohr gehauen.“
Dann höre ich wieder die mittlerweile kleinlaute Stimme von Herrn Kropp: „Wir wechseln uns ab beim Testen. Ich kann eben besser würfeln!“
Ich höre lautes Gelächter und eine Stimme die etwas von Schummeln und Tisch um schmeißen murmelt.
„Du hast verloren und dann musstest du die paar Schlucke eben trinken“, stellte Herr Kropp sachlich fest.
„Also Walter hat das Tonikum probiert? Was hat das denn mit einem Monster zu tun?“ Das möchte ich jetzt schon wissen.
„Also gut. Da lief ein Monster herum. Mit Walters Hut auf dem Kopf.“ Tatsächlich höre ich, wie Herr Kropp sich am Kopf kratzt.
So ein Tonikum hilft ja nur für einige Zeit. Und dann findet jeder wieder zurück in sein eigentliches Aussehen“, sagt er.
Naja dachte ich. Das ist ja wie im richtigen Leben.
„Aber gerade heute habe ich ein Date mit Ida. Das erste Mal, dass ich mich getraut habe, sie zum Kaffee einzuladen. Und jetzt sehe ich so aus.“ Das hört sich jetzt nach Walter an.
„Walter, soll ich Ida anrufen? Ich könnte sie bitten ins Institut zu kommen. Vielleicht hilft das ja auch?“
„Weißt du Intendantin? Ich hatte ja auch die Hoffnung heute wirklich gut auszusehen. Ich dachte…. Ich wollte….“
Ja seufze ich. Die meisten von uns wären gerne schöner. Und haben genug damit zu tun, mit uns selbst klar zu kommen.
Wir legten auf und ich rief Ida an. Und die hat gleich einen Korb mit Kräutern und ihre Schwester gepackt.
Als ich Nachmittags noch einmal im Institut anrief, war die Stimmung gut. Drei Leute und ein Nochmonster saßen da um einen Tisch, tranken Kaffee, aßen Rudpuddlbeerentörtchen und…Ich glaube, da mögen sich zwei.
